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Rentenklartext

Das Drei-Schichten-Modell

Drei Schichten, drei völlig verschiedene Spielregeln

Seit dem Alterseinkünftegesetz teilt der Staat die Altersvorsorge in drei Schichten ein. Das ist keine Marketing-Erfindung, sondern Steuerrecht: Jede Schicht wird anders gefördert, anders besteuert und anders geschützt. Wer das verstanden hat, trifft plötzlich viel einfachere Entscheidungen.

Alles Wichtige nebeneinander

Die Tabelle beantwortet die sieben Fragen, die im Beratungsgespräch am häufigsten kommen.

Merkmal1Basisversorgung2Geförderte Zusatzvorsorge3Private Vorsorge
Wer legt etwas dazu?Das Finanzamt über die SteuererklärungDer Staat über Zulagen, der Arbeitgeber über den ZuschussNiemand
Wie hoch ist die Förderung?Beiträge bis 30.826 € voll absetzbarBis 540 € Grundzulage, 300 € je Kind, 676 €/Monat steuerfrei in der bAVKeine
Kommst du vorher ans Geld?Nein, unter keinen UmständenNein – frühestens ab 65, sonst Förderung zurückJa, jederzeit
Vererbbar?Nur eingeschränkt und nur, wenn vorher vereinbartEingeschränkt, je nach VertragJa, vollständig
Wie wird im Alter besteuert?Voll nachgelagertVoll nachgelagert, bei Betriebsrenten plus KrankenkassenbeiträgeAbgeltungsteuer 25 % im Depot, nur der Ertragsanteil bei Rentenversicherungen
Geschützt bei Insolvenz und Bürgergeld?JaWeitgehendNein
Was ist der typische Fehler?Zu viel hineinstecken und dann keine Reserve habenGar nicht nutzen und dadurch Zulagen verschenkenAls einzige Schicht nutzen und Förderung liegen lassen

Der eigentliche Trick

Die Reihenfolge ist wichtiger als das Produkt

Fast alle Beratungsgespräche drehen sich um die Frage „Welcher Tarif ist der beste?“. Dabei entscheidet die Reihenfolge über deutlich mehr Geld als die Auswahl innerhalb einer Schicht. So gehe ich vor – bei fast allen gleich.

  1. 0

    Vor allem anderen: der Notgroschen

    Drei bis sechs Nettogehälter auf einem Tagesgeldkonto. Ohne diesen Puffer wird jede Altersvorsorge irgendwann gekündigt – und zwar immer zum ungünstigsten Zeitpunkt.

  2. 1

    Geschenktes Geld abholen

    Der Arbeitgeberzuschuss zur Betriebsrente und die staatlichen Zulagen sind sofortige Rendite, die keine Anlageklasse schlagen kann. Wer hier nichts nutzt, verschenkt bares Geld.

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  3. 2

    Beweglich bleiben

    Ein freies Depot oder ein Fondssparplan. Für alles, was zwischen heute und der Rente passieren kann – Selbstständigkeit, Umzug, Auszeit, Sabbatical.

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  4. 3

    Steuern senken, wenn es sich lohnt

    Die Basisrente ist der stärkste Steuerhebel, den es gibt – aber nur bei hoher Steuerlast und nur, wenn du das Geld sicher bis zur Rente nicht brauchst.

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Wichtig: Diese Reihenfolge ist eine Faustregel, kein Gesetz. Bei Selbstständigen mit hoher Steuerlast rutscht Schicht 1 oft nach vorn, bei jungen Menschen mit unsicherer Lebensplanung Schicht 3. Genau deshalb fange ich nie mit einem Produkt an, sondern immer mit deiner Situation.

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